Glas, Keramik, Metall – ein Spiel für vier Tanzperformerinnen und ein Cello

Ein Tanz aus der Stille umgeben von einem Kreis überlebensgroßer Metallskulpturen von Roland Biersack – damit eröffnete Annette Roggatz die Performance zur Finissage der Ausstellung „Traumtänzer“ des Kunstvereins Bad Neustadt in der Villa Donsenhaug am vergangenen Sonntag

Performerinnen im Glasobjekt von Petra Markert v. li. n. re. Elisabeth Mehler, Christine Breitenbücher, Annette Roggatz, Conny Braun (Foto: Petra Markert)

Die zarte weiße Keramikschale der Künstlerin Angela Börnicke liegt leicht auf der Hand der Performerin. Sofort entsteht eine Atmosphäre von Weite, Konzentration und Leichtigkeit. Diese Zentriertheit durchzieht die gesamte Performance, in der die Performerinnen die Objekte aus den verschiedenartigen Materialien Glas, Keramik und Metall bewegen, verbinden und erklingen lassen.

Eine Prise Humor mischt sich hinein, als sich alle Akteure in den Kreis der tanzenden Metallfiguren einreihen: Robina Huy spielt eine der Skulpturen in der Art einer singenden Säge mit ihrem Cellobogen an, ein Pas de deux der besonderen Art. Die Performerinnen stimmen ein. Jetzt sind auch Christine Breitenbücher, Elisabeth Mehler und Conny Braun mit einer durchscheinenden Keramikschale und Essstäbchen ausgestattet. Ein perkussiver Dialog mit den Skulpturen und untereinander beginnt, der nach so etwas wie einem Gong in ein amüsantes Schlürfen, Husten und Schmatzen übergeht, fast wie auf einem chinesischen Nachtmarkt.

Mit einem glockenartigen Geläut auf den Keramikschalen kommen die Finissagegäste im Obergeschoss an. Robina Huy intoniert zwischen den Exponaten der Glaskünstlerin Petra Markert einfühlsam ein melodisches Solostück auf ihrem Cello. Dann wird es wieder still. Die gesamte Konzentration liegt auf einem filigranen Vorhang aus kristallartig amorphen Glaselementen, den Petra Markert für die Performance entwickelt hat. Nach und nach treten die Performerinnen zwischen Glasvorhang und Wand. Einzeln und tastend führen sie ihre Hände durch den Glasvorhang hindurch. Ein magisch schwebendes Spiel der Hände, nur begleitet von einem vereinzelten Klirren der Glaselemente, nimmt das Publikum gefangen. Als die Performerinnen, sparsam von Cellotönen begleitet, den Glasvorhang auffächern und durch ihn hindurch abtreten, steht Klarheit und Stille im Raum, bevor sich die Zuschauer mit einem begeisterten Applaus für die Performance bedanken.

 

 

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